Re

„Re“ Nr. 157, Oel/Leinwand, 16


„Re“ oder „Zurückgewinnung von Welt“

 

Die weißen Flächen wirkten wie Glanzlichter auf den Oberflächen alter Globen.
Noch im 19. Jahrhundert markierten sie die unerforschten Gebiete, doch die
Grenzen von bekanntem und unbekanntem Land wurden unaufhörlich verschoben
und die „Welt“ wurde in ein Konzept, ein Artefakt, ein Objekt existenzieller und
wissenschaftlicher Erfahrung verwandelt. Es schlossen sich alle weißen „Lücken“
der Erde und die Glanzlichter verschwanden unter der Karte, die sich nun im
Maßstab 1:1 über der „Welt“ entfaltete.

Das Projekt „Re“ lässt wieder weiße Flächen entstehen.
Das im Jahr 1997 begonnene Projekt hat verschiedene Entwicklungsphasen
durchlaufen, welche am Wechsel der Medien – Malerei, Graphik, Fotografie,
Siebdruck, alte, neue sowie selbst entworfene Landkarten – erkennbar sind; der
Arbeitsprozess ist immer derselbe geblieben.

Ausgangspunkt aller „Re"-Arbeiten war die dargestellte Landschaft mit dem Blick
von oben. Sie wurde gemalt, gezeichnet, fotografiert, gedruckt oder in Form von
Landkarten vorgefunden.

In einer zweiten Arbeitsphase wird eine bestimmte Stelle des Bildes mit weißer
Farbe übermalt. Dieser Teil des Landschaftsbildes wurde aufgegeben und
symbolisch – in Form einer weißen Fläche – in den ursprünglichen Zustand von
Papier/Leinwand zurückgeführt.
 

Der zweite Teil des Projektes „Re“ entwickelt sich über die Präsentation und den
Verkauf der einzelnen Werke, denn fünfzig Prozent des Verkaufserlöses dieser
Bilder finanzieren den Erwerb eines realen Grundstückes, welches – auch Teil des
Kunstwerkes – zur „wirklichen“ weißen Fläche werden soll. Dieses Stück Land steht
für „Verzicht“ schlechthin, da es jeglicher Nutzung für immer entzogen ist.

Es gibt über 200 „Re"-Arbeiten, die im Zeitraum 1997 bis 2011 entstanden sind.



Re 155 Mischtechnik 17x22cm


Re 49 Siebdruck 100x140cm